Arbeitsrecht – Streitfall Urlaub

In einer gut geführten Firma gibt es keinen Stress um die Frage, wer und wann wie lange Urlaub nimmt. Dazu müssen sich noch nicht einmal Vorgesetzte einschalten, das regeln die Arbeitnehmer rechtzeitig und sachgerecht selbst miteinander. Wo das nicht klappt, gibt es für fast alle denkbaren Streitfälle klare Vorgaben.

Beschäftigte bestimmen

Das Gespräch suchen mit Kollegen und Vorgesetzten ist gewiss die beste Methode zur stressfreien Urlaubsplanung. Zunächst einmal gilt: Die Beschäftigten entscheiden, wann sie ihren Urlaub nehmen. Der allerdings muss schon in Abstimmung mit „betrieblichen Belangen“ – so die Juristen – geplant sein. Der Chef kann nicht ohne weiteres sagen: ich verweigere den Urlaub, er muss das schon begründen. Das können zum Beispiel Auftragsspitzen sein, unverschuldete Verzögerungen von Arbeiten, die niemand im Betrieb vorhersagen konnte und für die auch niemand die Verantwortung trägt. Konkret: Ein Maurer sollte nicht im Sommer eine sechswöchige Weltreise antreten, wenn die Auftragsbücher überquellen. Im Weihnachtsgeschäft herrscht für die Verkäufer Urlaubssperre – dazu braucht es keine Mediation, wie beispielsweise http://arbeitsrecht-mediation.com.

Persönliche Umstände entscheiden

Wer zum ersten Mal im laufenden Jahr Urlaub beantragt, besitzt Vorrang gegenüber Kollegen, die im Kalenderjahr bereits Urlaub hatten. Das ist eines der Prinzipien, die in Streitfällen zur Anwendung kommen. Um das zu klären, muss kein Anwalt tätig werden. Andere Leitlinien sehen vor, dass Mitarbeiter mit Familie und schulpflichtigen Kindern bevorzugt in den Ferien Urlaub nehmen dürfen. Unverheiratete Kollegen ohne Nachwuchs müssen dabei zurückstehen. Allerdings gilt auch diese Regelung nicht uneingeschränkt. Haben Belegschaftsmitglieder mehrfach den Mitarbeitern mit schulpflichtigen Kindern die Ferienzeit eingeräumt, dürfen sie diese Wochen auch einmal für sich beanspruchen. Von Vorgesetzten genehmigter Urlaub darf nur zurückgenommen werden aus zwingenden Gründen – und auch das ausschließlich mit Zustimmung des Angestellten. Davon gibt es aber Ausnahmen, zum Beispiel die Erkrankung vieler Mitarbeiter, die den Betrieb in seiner Existenz bedroht. Der Urlaub kann dann, ebenso wie Resturlaub, vom Chef wieder verlegt werden.

Einvernehmlichkeit hilft

Die Abstimmung des Jahresurlaubs der Mitarbeiter im eigenen Verantwortungsbereich zählt zu den schwierigsten Herausforderungen von Führungskräften. Für fast alle Konfliktmöglichkeiten gibt es Gesetze und verbindliche Urteile höchster Gerichtsinstanzen, zum Beispiel dies: Über zwei Fünftel des Jahresurlaubs besitzen Arbeitnehmer die freie Verfügung.

Foto Credit: liveostockimages – Fotolia

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.