Berühmte Philosophen

Der Versuch die Welt und die menschliche Existenz zu deuten ist sicherlich so alt wie die Menschheit selbst. Historisch gehen die Anfänge überlieferten Denkens im abendländischen Kulturkreis bis auf das 6. vorchristliche Jahrhundert zurück. Die Geschichte der westlichen Philosophie nahm zu jener Zeit im antiken Griechenland ihren Anfang.

Von der Antike bis zur frühen Neuzeit

Erste philosophische Ansätze weisen hauptsächlich auf eine Auseinandersetzung mit naturphilosophischen Fragen hin. Die ersten namentlich bekannten Philosophen wie Thales von Milet und Empedokles setzten sich mit der Deutung der Materie auseinander. Pythagoras erklärte die Mathematik zur Grundlage des Existierenden, Heraklit philosophierte über das Werden und Vergehen. Zum Leitbild der abendländischen Philosophie wurde schließlich der Athener Sokrates, der von 469 bis 399 v. Chr. lebte. Auf ihn geht die philosophische Methode des strukturierten Dialogs zurück. Sein berühmtester Schüler ist Platon, durch den Sokrates‘ Wirken überhaupt erst überliefert wurde. Platon setzte sich mit einer Vielzahl philosophischer Aspekte auseinander. Sein wohl bedeutendstes schriftliches Werk ist „Politeia“, zu Deutsch „Der Staat“. Der berühmte Aristoteles war wiederum ein Schüler Platons. Seine Lehren wurden maßgeblich in vielen Disziplinen, von der Naturphilosophie bis hin zu Ethik und Staatslehre. Weitere bekannte Philosophen waren Epikur und Zenon von Kition, die im 3. vorchristlichen Jahrhundert lebten. Die philosophischen Lehren des antiken Griechenlands prägten auch die römische Zeit, und waren bis weit über die Antike hinaus die Grundlage philosophischen Denkens. Die Philosophie des europäischen Mittelalters schließlich war stark von der christlichen Theologie geprägt. Einige berühmte Vertreter dieser Epoche sind Augustinus von Hippo, Anselm von Canterbury, Albertus Magnus und Thomas von Aquin.

Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart

Den Übergang zur Neuzeit markiert die Renaissance und der Humanismus im 15. und 16. Jahrhundert. Pioniere einer neuen politischen Philosophie waren unter anderem Niccolò Machiavelli und Thomas Morus. Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler und Giordano Bruno verbanden Philosophie mit der Naturwissenschaft, deren Erkenntnisse zunehmend kontrovers den theologischen Lehren gegenüberstanden. Mathematisch-naturwissenschaftliche Methodik und das Prinzip der Vernunft führten zum Rationalismus des 17. und 18. Jahrhunderts, zu dessen wichtigsten Vertreter René Descartes, Baruch de Spinoza und Gottfried Wilhelm Leibniz zählen. Ihnen folgten die Aufklärer, wie Jean-Jacques Rousseau, Voltaire und vor allem Immanuel Kant, der von 1724 bis 1804 lebte. Kants Erkenntniskritik und sein Prinzip des „kategorischen Imperativs“ revolutionierten das philosophische Denken dieser Epoche und führten zum Deutschen Idealismus, mit Hegel als wichtigstem Vertreter. Jeremy Bentham und John Stuart Mill erarbeiteten den Utilitarismus, mit großem Einfluss auf ethische und ökonomische Lehren. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begründete Karl Marx den Kommunismus. Weitere prominente Denker dieses Jahrhunderts waren Arthur Schopenhauer, Sören Kierkegaard und Friedrich Nietzsche. Die Philosophie des 20. Jahrhunderts schließlich ist von zahlreichen Strömungen geprägt. Karl Popper begründete den Kritischen Rationalismus, Paul Karl Feyerabend den Wissenschaftstheoretischen Anarchismus. Martin Heideggers zentrale Arbeit war die Kritik der abendländischen Philosophie. Vertreter der Frankfurter Schule wie Theodor Adorno, Max Horkheimer und Jürgen Habermas entwickelten die Kritische Theorie, mit einer Analyse der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft. Bis in die Gegenwart reichende philosophische Strömungen sind hauptsächlich der Poststrukturalismus und die Postmoderne, mit Vertretern wie Jacques Derrida und Jean Baudrillard.

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