Besitz

Die „tatsächliche Herrschaft einer Person über eine Sache“ wird als Besitz bezeichnet. Demnach hat eine Person Besitz an etwas, das rechtmäßig sein ist.

Der Besitz wird in Besitzunterarten unterteilt. Hierbei kann der Besitz auch als eine gemischte Form erscheinen. Unterschieden wird zwischen dem unmittelbaren und dem mittelbaren Besitz, welche sich durch die Nähe zu einer Sache beziehen. Ist durch die Lebensbedingungen in Alltag, heißt durch räumliche Beziehungen und die Dauer, eine unmittelbare Sachherrschaft an einer Sache erlangt worden, ist von einem unmittelbaren Besitz die Rede. Erlangt man die Sachherrschaft über eine Sache, die einem im Grunde nicht gehört, sondern nur überlassen wird, und die direkte Sachherrschaft bei einer dritten Person liegt, wird von dem mittelbaren Besitz gesprochen. Das bekannteste und am einfachsten erklärte Besitzverhältnis zeigt die Miete. Der Mieter erhält vom Vermieter die unmittelbare Sachherrschaft. Dabei gilt der Vermieter als mittelbarer Besitzer und der Mieter als unmittelbarer Besitzer. Das Objekt, welches durch den Vermieter an den Mieter durch einen Mietvertrag überlassen wird, stellt für den Mieter einen unmittelbaren Besitz dar. Unterschieden wird bei einem Besitz auch der Allein-, Mit- und Teilbesitz. Übt eine Person die Sachherrschaft über eine Sache alleine aus, wird von Alleinbesitz gesprochen. Wird die Sachherrschaft von mindestens zwei Personen ausgeübt, handelt es sich um einen Mitbesitz. Den Teilbesitz gibt es vor allem bei Wohneigentum, wenn zum Beispiel eine Eigentumswohnung im Besitz einer Person ist, nicht aber das Haus, in welchem sich die Wohnung befindet. Bei Besitz muss auch zwischen Fremd- und Eigenbesitz unterschieden werden. Jener, dem eine Sache gehört, hat den Eigenbesitz über diese Sache. Von Fremdbesitz wird gesprochen, wenn eine Person eine Sache mit besitzt, aber nur mit einem eingeschränkten Recht über diese verfügen kann.

Finanzieller Besitz

Im Bereich Finanzwesen wird ebenfalls der Begriff Besitz angewendet. Gewährt eine Bank einen Kredit, ist der Kreditnehmer der mittelbare Besitzer der Mittel, die ihm vom Kreditinstitut in Form eines Kredites zur Verfügung gestellt sind. Der Kreditgeber, also das Kreditinstitut, ist in diesem Fall unmittelbarer Besitzer. Bis zum Zeitpunkt der vollständigen Tilgung eines Kredites hat der Kreditnehmer Besitz an den Mitteln. Die Mittel gehen wieder in den Besitz des Kreditgebers, wenn das Darlehen abbezahlt ist, und kann erst dann wieder über die Mittel verfügen und diese einem anderen als Teilbesitz überlassen. Diese Form von Besitz ergibt sich auch mit dem Mietverhältnis, den solange der Mietvertrag besteht, hat der Mieter den unmittelbaren Besitz.

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.