Den Sturz vor Augen – Drohen China und Dubai ein Börsenkrach?

Den Sturz vor Augen – Drohen China und Dubai ein Börsenkrach?

Den Ländern, in denen Hochhäuser geplant und gebaut werden, die alle bisherigen Wolkenkratzer an Höhe übertreffen, steht oftmals ein Finanzkollaps bevor. Diesen Zusammenhang hat Professor Dr. Gunter Löffler vom Institut für Finanzwirtschaft der Universität Ulm festgestellt.

Signifikanter Zusammenhang zwischen Börsenentwicklung und Rekordbauten

Löfflers Forschungen zeigen, dass die Börsen in den Vereinigten Staaten etwa drei bis fünf Jahre nach dem Baubeginn großer Wolkenkratzer durchschnittlich um 30 Prozent tiefer einbrachen, als dies in Phasen der Fall war, in denen vorher keine derartig rekordverdächtigen Gebäude geplant und gebaut wurden. So begann in den 1920er Jahren nach der Planung der damals höchsten Gebäude der Welt – dem Chrysler und dem Empire-State-Building in New York – die Große Depression, welche die Weltwirtschaft erschütterte. Das Empire State Building verlor seinen Status als höchstes Gebäude der Welt mit der Errichtung des World Trade Centers im Jahr 1972 und des Sears Towers in Chicago 1974. Der Bau dieser beiden Wolkenkratzer mit neuen Rekordhöhen markierte aber auch die in den 1970er Jahren einsetzende Stagnation des Wirtschaftswachstums in den westlichen Industrienationen bei gleichzeitig hoher Inflation. 2007 sollte in Chicago das höchste Gebäude Amerikas entstehen, nach dem Platzen der Immobilienblase in den Vereinigten Staaten wurde dieses Bauprojekt aber verworfen.

Aktuelle Großprojekte im nahen und fernen Osten

Während die Börsenplätze weltweit Rekordstände vermelden, werden auch immer höhere Bauprojekte geplant und ausgeführt. So wurde im Frühjahr 2013 mit dem Bau des 1000 Meter hohen Kingdom Towers in der Hafenstadt Dschidda in Saudi-Arabien begonnen, die Fertigstellung ist für das Jahr 2019 geplant. Der Kingdom Tower würde somit das mit 828 Metern aktuell höchste Gebäude der Welt – den Burj Khalifa im Golfstaat Dubai – um 172 Meter überragen. Der Wolkenkratzer in Dubai wurde 2009 fertiggestellt. Mit der Fertigstellung des Rekordbaus gab es allerdings zeitgleich einen Immobiliencrash in Dubai, der das Land in erhebliche Zahlungsschwierigkeiten brachte. Nur durch einen Kredit des Nachbarstaates Abu Dhabi konnten heftigere Finanzturbulenzen in Dubai zunächst verhindert werden. Auch in der Volksrepublik China, wo in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum der Volkswirtschaft zu verzeichnen war, befinden sich zur Zeit mehrere Großprojekte im Bau: Der Shanghai Tower mit einer Höhe von 632 Metern ist momentan das dritthöchste Bauwerk der Welt, das aber bereits 2016 durch das Pingan International Finance Center in der chinesischen Stadt Shenzhen, welches 660 Meter hoch werden soll, auf den vierten Rang verwiesen wird. Den zweiten Platz der höchsten Bauwerke der Welt belegt derzeit übrigens der Tokyo Sky Tree mit einer Höhe von 634 Metern.

Vorsicht bei Investitionen in China und den Golfstaaten

Projiziert man nun die Forschungsergebnisse Löfflers auf die Länder, in denen heute die höchsten Gebäude der Welt errichtet werden, dann könnten diesen Regionen bald wirtschaftliche Krisen drohen – ein entsprechend vorsichtiges finanzielles Engagement erscheint hier also durchaus angebracht zu sein.

Bild: thinkstockphotos, iStock, 463610273, glegorly

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