Die Geschichte der Universitäten

Universitäten sind keine Erfindung der Neuzeit. Schon aus der Antike sind uns diese Studieneinrichtungen bekannt, und schon immer ging es um Wissen in seiner Gesamtheit. Der Name. Universität stammt von dem lateinischen Wort universitas ab, welches Gesamtheit bedeutet. Und schon immer dienten die Universitäten der Forschung und der Lehre. Inzwischen sind sie aber so groß geworden, dass sie in verschiedene Fakultäten und Fachbereiche untergliedert werden. Auch in Deutschland haben Universitäten eine lange geschichtliche Entwicklung hinter sich.

Die Gründerzeit der deutschen Universitäten geht auf das Heilige Römische Reich zurück. Im Heiligen Römischen Reich wurde die erste Universität 1348 durch Karl IV. in Prag gegründet. Schon damals waren die Universitäten international ausgerichtet, denn sie wurden von den Ländern Böhmen, Bayern, Polen und Sachsen gegründet. Bis zur Reformation entstanden dann in relativ kurzer Zeit noch mehrere Universitäten. Dazu gehört die Universität in Wien aus dem Jahre 1365 und die älteste Universität auf deutschem Boden, die 1386 in Heidelberg gegründet wurde. Bis weit ins 15. Jahrhundert waren diese Bildungseinrichtungen aufs Engste mit der Kirche verbunden. Erst als die deutschen Landesfürstentümer stärker wurden, konnten sie sich im Zuge der humanistischen Bewegung von den Kirchen immer mehr lösen. Das Jahrhundert der Reformation brachte auch für die Bildung viel. So konnten zum Beispiel verschiedene evangelische Universitäten entstehen und es wurde der Grundstein für die Gymnasien gelegt.

Die Entstehung des Gymnasiums

Unter dem Begriff Lateinische Schulen entstanden die Gymnasien als Zwischending zwischen Universitäten und Schulen. Die Gymnasien wurden von freien Städten und kleinen Landesfürsten gegründet und auch unterhalten. Ziel und Sinn war es, die intelligente Jugend nicht an die Universitäten zu verlieren, sondern im Ort zu behalten. Der Unterschied zwischen Gymnasien und Universitäten war früher auch schon, dass sie keine Titel verleihen konnten. Aus diesen Gymnasien sind später ebenfalls oft Hochschulen entstanden. Einen großen Unterschied gab es zwischen dem protestantischen Norden und dem katholischen Süden. Während im Norden die Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen so allmählich selbständig wurden, blieben sie im Süden weitestgehend mit der Kirche verbunden. Gerade im Norden hat sich während dieser Zeit sehr viel geändert. Es entstanden erste Studentenverbindungen und die Studenten beteiligten sich immer weniger an der Verwaltung der Universitäten. Gleichzeitig verblasste die Macht der Fürsten an den Universitäten. Junge, studierende Fürsten wurden zwar immer noch zum Rektor gewählt, aber es war nur eine reine Formsache. Die wirklichen Verwalter wurden aus den Reihen der Professoren gewählt.

Damals und Heute

Vom 15. Jahrhundert bis ungefähr 1650 entwickelte sich im maßgeblichen Teil die auch heute noch aktuelle Verfassung der Universitäten. Damals wie heute bilden ordentliche Professoren als vollberechtigte Mitglieder der vier Fakultäten den großen akademischen Senat. Die ordentlichen Professoren wählen aus ihren Reihen den Dekan und die Gesamtheit der ordentlichen Professoren dann den Rektor. Zusätzlich gibt es dann an den Universitäten noch die Professoren, die nicht dem Senat angehören und die privaten Dozenten. Diese haben lediglich eine Erlaubnis zu lehren, aber sie haben keinerlei Verpflichtung zum Lehren. Die erste deutsche Vorlesung an einer Universität hielt Christian Thomasius. Auf ihn geht die Gründung der Universität in Halle zurück. Hier gab es auch die erste kritische akademische Zeitschrift, ebenfalls unter der Leitung von Christian Thomasius. Universitäten sind nicht nur für Studierende interessant, sondern auch ihre Entwicklung und Geschichte ist durchaus interessant und lesenswert.

Foto: Lucky Dragon – Fotolia.com

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