Die Studiengebühren – Vor- und Nachteile

Bis zum 26. Januar 2005 konnte man als normaler Student ohne Gebühren in Deutschland studieren. Nur Langzeitstudenten und einige Studenten die an besonderen Studienprogrammen teilnahmen, mussten etwas zahlen. Mit dem Urteil 2005 stellte das Bundesverfassungsgericht jedoch die Weichen dafür, dass es in Zukunft den Ländern überlassen bleibt, ob sie Gebühren erheben oder nicht. Daher gibt es jetzt einige Bundesländer, in denen keine Gebühren erhoben werden, und in anderen sehr wohl.


Aber auch die Höhe unterscheidet sich stark und kann je nach Land von 100 EUR bis 500 EUR pro Semester betragen. Länder mit Studiengebühren für die Regelstudienzeit im Erststudium sind z.B. Baden- Württemberg, Bayern, Hamburg und Niedersachsen. Die anderen Länder erheben Gebühren erst bei Langzeitstudenten. Aber durch diese unterschiedliche Regelung kommt es zu einem Abwandern der Abiturienten aus diesen Bundesländern mit in Länder ohne Studiengebühren.

Argumente gegen die Studiengebühren

Viele Erhebungen bestätigen, dass sich seit der Einführung der Studiengebühren viel weniger Abiturienten für ein Studium entschieden haben als vorher. Der Druck neben dem Studium nicht nur für den eigenen Lebensunterhalt, sondern auch noch für die Gebühren arbeiten gehen zu müssen, scheint viele Schüler vom Studium abzuhalten. Alternativ könnten sie aber auch in ein anderes Bundesland übersiedeln und dort kostenlos studieren. Dieses Argument scheint also nicht der einzige Grund für diese Tendenz zu sein. Nimmt man die in andere Bundesländer abgewanderten Studenten und ermittelt den Durchschnitt, sind es immer noch deutlich weniger Studenten, als früher. Diesen Trend führen renommierte Institute aber nicht auf die Entwicklung seit 2005 zurück, sondern begründen sie mit dem allgemein schlechten Bildungsstand in Deutschland. Danach würden gerade die so dringen benötigten Fachleute im Maschinenbau und der IT- Branche nicht in Deutschland ausgebildet, weil in den Schulen dafür sehr schlechte Voraussetzungen geschaffen würden. Gerade auf die technische Ausbildung während des Abiturs würde kein ausreichender Wert gelegt, so dass Defizite in den naturwissenschaftlichen Fächern die Folge seien. Das stärkste Argument gegen diese Gebühren ist jedoch, dass mit ihnen eigentlich eine Förderung der Lehre an den Universitäten und Hochschulen erreicht werden sollte. Davon ist jedoch nichts zu merken. Die Studienbedingungen sind nicht besser geworden, so dass die Studenten darin keinen Sinn sehen dieses Geld zu entrichten.

Argumente für die Studiengebühren

In den letzten 20 Jahren gab es unterschiedliche Trends beim Studium. Ab 1990 gab es durch die Wende sehr viele Studenten und demnach auch eine Schwemme von Studienabgängern. Diese fanden meist nicht sofort Arbeit und gerade die derzeit gesuchten Naturwissenschaftler bekamen damals oft keinen Job. Deshalb nahmen viele noch einmal ein Zweitstudium auf und verdienten sich nebenbei ihren Unterhalt. Es schien fast so, als wäre es besser Student zu bleiben, schon wegen der sozialversicherungsrechtlichen Vorteile für den Arbeitgeber. Deshalb bekam der Stand eines Studenten gerade in diesen Jahren einen schlechten Ruf. Gegen diese ewigen Studenten wollten auch die Universitäten etwas unternehmen und begrüßten die Regelung, bei Langzeitstudenten Gebühren einzuführen zu dürfen. Es wurde damit ein Anreiz geschaffen in der Regelstudienzeit fertig zu werden oder wenigsten nur gering zu überziehen. Schaut man sich heute an, wie viele Studenten nur noch an den Unis eingeschrieben sind, ohne tatsächlich zu studieren, hat diese Neuregelung tatsächlich etwas bewirkt.

Fazit

Solange aber nicht klar ist, wofür die Universitäten und Hochschulen die Gebühren verwenden und ein Verhältnis zu verbesserten Studienbedingungen nicht erkennbar ist, wird die Diskussion über die Sinnhaftigkeit einer solchen Regelung nicht abreißen.

Picture: puje – Fotolia.com

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