Die unterschiedlichen Schulformen in den deutschen Bundesländern

Das Schulsystem ist in Deutschland über das Grundgesetz geregelt. Unterrichtsinhalt und diesbezügliche Vorgaben unterliegen jedoch den Regierungen der einzelnen Bundesländer. Dadurch kommt es in den einzelnen Bundesländern bereits zu erheblichen Unterschieden in unterschiedlichen Bereichen des Bildungssystems. Doch damit noch nicht genug: aus dem Grundgesetz geht hervor, dass prinzipiell jeder eine Schule eröffnen darf, also auch private Bildungsträger. Natürlich sind an die Eröffnung einer privaten Schule hohe Anforderungen geknüpft, doch wie Sie sich vorstellen können, sehen diese in den einzelnen Bundesländern ebenfalls unterschiedlich aus. Wenn Sie schon einmal mit Ihren Kindern von einem Bundesland in ein anderes gezogen sind, haben Sie diese zum Teil großen Abweichungen mit Sicherheit schon selbst erlebt.

Primar- und Sekundarstufen

Das Schulsystem ist grundsätzlich in allen Bundesländern dreistufig strukturiert. Die einzelnen Stufen sind die Primarstufe sowie Sekundarstufe I und II. Damit eine gewisse Vereinheitlichung gegeben ist, haben die Kultusminister der einzelnen Länder 1964 bzw. 1971 zumindest das Mindestalter für den Beginn der allgemeinen Schulpflicht festgelegt. So beginnt für jedes Kind in Deutschland die Schulpflicht ab dem Jahr, in dem das sechste Lebensjahr vor dem 30. Juni erreicht wurde. Die Schulpflicht beginnt dann generell am ersten August. Bis in die 1960er hinein gab es in Deutschland die Volksschulen. Diese wurde zwischenzeitlich durch die Primarstufe mit der Grundschule ersetzt. Diese umfasst die ersten vier Schuljahre. Hierunter fallen auch Spezial- und Förderschulen. Zwar bestehen bereits ab dem ersten Schuljahr Unterschiede im Unterrichtsstoff und bei den Inhalten der Schulbücher, doch der erste, signifikante Unterschied beginnt ab der dritten Klasse. In allen Bundesländern gibt es bis einschließlich der zweiten Klasse keine Zensuren, sondern Bewertungen. Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein hingegen erteilen diese Bewertungen bis zur dritten Jahrgangsstufe. Als Sekundarstufe I werden dann Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien bis zur 10 Jahrgangsstufe bezeichnet.

So unterschiedlich das Schulsystem, so strittig ist es oftmals

Je nach Bundesland kommen hier aber noch weitere Schulen hinzu. Unter anderem gehören hierzu die Mittelschule in Sachsen, die erweiterte Realschule im Saarland, Realschule Plus in Rheinland-Pfalz sowie die Oberschule in mehreren Bundesländern. Die Sekundarstufe I kann mit Hauptschulabschluss, Mittlerer Reife und weiteren Abschlüssen beendet werden. Gleichzeitig endet ab der 9. Klasse auch die allgemeine Schulpflicht. Die Sekundarstufe II reicht bis zur 13. Klasse, mit der das Abitur erreicht werden kann. In den Ländern der ehemaligen DDR gab es dieses bereits nach der 12. Jahrgangsstufe. Dies wurde so beibehalten und mittlerweile wird diese Regelung auch in den alten Ländern teilweise eingeführt. Allerdings ist diese Kürzung recht umstritten. Auch das allgemeine Schulsystem ist häufiger Kritik insbesondere durch die sogenannte PISA-Studie ausgesetzt. Denn laut dieser Studie sei das Schulsystem in Deutschland diskriminierend, weil in die Oberstufen vornehmlich Kinder aus gehobenen sozialen Schichten vorrücken, während beispielsweise Kinder mit Migrations-Hintergrund oder aus Arbeiterfamilien eher selten dort anzutreffen sind.

Unterschiede in den Leistungsvorgabenvorgaben

Besonders, wenn Sie mit Kindern von einem Bundesland in ein anderes ziehen wollen, kann das nicht nur eine schwierige persönliche Umstellung für Ihre Kinder bedeuten. Sie müssen sich auch erst mit den jeweils gültigen Schul- und Lerninhalten vertraut machen. Selbst beim Abitur gibt es große Unterschiede, wonach das Erlangen der Hochschulreife in einigen Bundesländern wie zum Beispiel in Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern als sehr schwer gilt. Um dennoch eine einigermaßen einheitliche Bildungsstruktur in der gesamten Bundesrepublik zu erhalten, wurden die Kultusministerkonferenz sowie die Bund-Länder-Kommission ins Leben gerufen.

Bild: djama – Fotolia.com

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