Extreme Fanliebe: Fußball als Sucht

Treue Fans von Fußballvereinen schauen sich nicht nur alle Heimspiele ihrer Mannschaft an, sondern begleiten ihr Team auch regelmäßig zu Auswärtsspielen. Mediziner warnen jedoch davor, dass sich die Fanliebe zur Sucht entwickeln kann. Die Grenze zwischen einem begeisterten Fan und Suchtverhalten lässt sich nur schwer ziehen.





Ist Fußballsucht eine eigenständige Sucht?

Bereits die Frage, ob die Fußballsucht als eigenständige Suchtkrankheit einzustufen ist, wird von Experten uneinheitlich beantwortet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erwähnt sie nicht ausdrücklich, sondern sieht sie als eine Form des abhängigen Konsums. Ein solcher liegt vor, wenn der Erkrankte jedes Spiel seines Vereins besucht und diese Besuche über alle anderen Tätigkeiten wie soziale Kontakte und berufliche Aufgaben stellt. Verschiedene Soziologen und Psychiater teilen die Sichtweise der Bundeszentrale nicht und sehen die Fußballsucht als eine eigene Form der Suchtkrankheit. Nicht zu widerlegen sind darüber hinaus Statistiken, die aufzeigen, dass spannende Fußballübertragungen zu vermehrten Herzinfarkten führen.

Wie macht sich eine Fußballsucht bemerkbar?

Wer sich stark mit Fußball interessiert, nahezu alle Spiele besucht und jede Art von Fußballnews konsumiert, ist jedoch noch nicht süchtig. Indizien für Suchtverhalten sind Vernachlässigung des Freundeskreises, aber auch die stetige Anpassung der Urlaubstage an die Auswärtsspieltermine des Vereins. Die Fahrt zu allen Auswärtsspielen ist angesichts der geringen Entfernung für Fans, deren Lieblingsverein in der Regionalliga oder in einer noch tieferen Klasse spielt, ohne großen Aufwand möglich. Fans von Vereinen wie Preußen Münster, die in der Dritten Liga oder in beiden Bundesligen antreten, führt der Weg zu den Auswärtsspielen hingegen durch das ganze Land. Mehr Informationen zu diesem und anderen Vereinen finden Sie hier. Noch anspruchsvoller ist die Planung für Fans der europäischen Teams. Sie setzen für die Mitfahrt zu den Auswärtsspielen einen Großteil ihrer Urlaubstage ein.

Fanszene verehrt fußballsüchtige Mitglieder

Fußballsüchtige begeistern Vereine. Dass das nahezu krankhafte Verhalten nicht als Sucht wahrgenommen wird, zeigen die durchweg lobenden Bezeichnungen für suchtgefährdeten Fans. Sie werden als Intensivfans, Edelfans und Allesfahrer gefeiert und sind in der Fanszene gleichermaßen bekannt wie beliebt.

Bild Urheberrecht: Thinkstockphotos, iStock, NiseriN



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