Gesundheitssystem in der Schweiz: Freie Wahl bei der Krankenversicherung

Die Schweiz ist nicht nur bekannt wegen ihres Alpenpanoramas, sie lockt auch mit attraktiven Jobangeboten. Sollten Sie zu denjenigen gehören, die für längere Zeit dort arbeiten und wohnen möchten, müssen Sie sich innerhalb von drei Monaten krankenversichern. Doch Achtung: es gibt Unterschiede zum deutschen System! Machen Sie sich schlau, sonst bleiben Sie im Ernstfall auf manchen Kosten sitzen!

Einheitliche Grundsicherung für alle

Gemäß dem Schweizer Krankenversicherungsgesetz, ist jeder der in dem schönen Alpenland wohnt, verpflichtet, innerhalb der ersten drei Monate eine Versicherung bei einer vom Schweizer Bundesamt für Gesundheit anerkannten Gesellschaft abzuschließen. Diese Krankenkassen – rund 80 an der Zahl – sind privat. Dennoch besteht freie Wahl, weil sie jeden aufnehmen müssen. Alle Kassen bieten die gleiche Grundsicherung bei Krankheit, Unfall sowie Mutterschaft, unterscheiden sich aber in den Prämien. Vergleichen lohnt, denn die monatlichen Beiträge bezahlen Sie aus eigener Tasche, beispielsweise auf http://krankenkasse.ch/. Dazu kommen eine Selbstbeteiligung von 10 Prozent und ein Grundbeitrag, genannt Franchise. Ambulant dürfen Sie dafür Ärzte in der gesamten Schweiz in Anspruch nehmen, jedoch nur staatliche Krankenhäuser Ihres Heimatkantons. Ein Wechsel der Kasse ist jederzeit zum Jahresende möglich.

Zusatzversicherungen sind empfehlenswert

Wichtig zu wissen: Sollten Sie als Arbeitnehmer mehr als acht Stunden am Tag beschäftigt sein, ist eine extra Unfallversicherung Pflicht! Diese Sparte fällt darum für Sie aus der Grundsicherung heraus. Die Prämie teilen Sie sich, im Gegensatz zur allgemeinen Absicherung, mit Ihrem Arbeitgeber. Den Teil für einen Arbeitsunfall übernimmt er, den privaten Teil tragen Sie selber. Die Höhe bestimmt Ihr Gehalt, von dem der Beitrag in diesem Fall automatisch abgezogen wird.
Auch Zahnbehandlungen sind, bis auf wenige Ausnahmen, nicht über die Grundversicherung gedeckt. Die Kosten hierfür bekommen Sie über eine private Zusatzversicherung ersetzt. Von dieser Sorte können Sie mehrere abschließen, in denen ambulante sowie stationäre Leistungen, wie Brillen oder alternativmedizinische Behandlungen, versichert sind. Ein Anspruch zur Aufnahme besteht allerdings nicht.

Aus eigener Tasche bezahlen

Verschiedene Krankenkassen, eine karge Grundversorgung und zahlreiche Zusatzversicherungen, sind Merkmale des Schweizer Gesundheitssystems. Sie sollten überlegen, welche Leistungen Sie unbedingt brauchen und worauf Sie verzichten können. Statt hoher Versicherungsprämien sollten Sie die eine oder andere Arztrechnung auch mal aus eigener Tasche bezahlen. Das Allerbeste aber wäre: Sie bleiben schön gesund!

Bild: Udo Ingber – Fotolia

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