HI-Virus: Zahl der Neuinfizierung steigt

Thematisieren Medien HIV, machen sie dies meist im Zusammenhang mit Afrika. Doch längst hat sich diese Erkrankung auch in Europa wieder zur ernsten Bedrohung entwickelt. Viele gehen zu leichtfertig mit dieser Gefahr um.

Viele HIV-Infizierte wissen nichts von ihrer Erkrankung

Laut dem Europäischen Aids-Kongress, einer regelmäßigen Zusammenkunft von Experten, tragen etwa 2,4 Millionen Menschen in Europa den HI-Virus in sich. Die steigende Zahl der Neuinfizierungen beunruhigt. Als großes Problem schätzen die Fachleute ein, dass rund ein Drittel der Erkrankungen noch gar nicht entdeckt wurde. Insbesondere bei heterosexuellen Männern stellen sie fest, dass Mediziner häufig erst viele Jahre nach der Ansteckung die Krankheit diagnostizieren. Das hat zwei gravierende Konsequenzen: Erstens verbreiten die Patienten bis dahin den Virus oftmals weiter. Zweitens setzt die Therapie zu spät ein. Mittlerweile können Ärzte HIV mit Medikamenten gut kontrollieren, die Diagnose bedeutet kein rasches Todesurteil. Zahlreiche Betroffene leben noch zwanzig Jahre oder länger. Das setzt aber eine frühzeitige Behandlung voraus.

Was dringend zur Eindämmung erforderlich wäre

Die Mitglieder des Europäischen Aids-Kongresses hoffen, dass Mediziner künftig sensibler vorgehen. Beschwerden wie Tuberkulose oder Hepatitis können mit einer HIV-Infizierung zusammenhängen, ihrer Meinung nach sollten Ärzte einen HIV-Test vorschlagen. Die meisten Mediziner würden diese Möglichkeit bisher nicht in Betracht ziehen und nur die offensichtliche Erkrankung bekämpfen. Doch auch die Menschen könnten zu ihrem eigenen und zum allgemeinen Schutz mehr beitragen. So sollten sich alle mit wechselnden Partnern regelmäßig testen lassen, zum Beispiel bei ihrem Hausarzt oder beim Gesundheitsamt. Das ermöglicht im Krankheitsfall eine erfolgsversprechende Therapie und verhindert weitere Ansteckungen. Zudem sollten Menschen wieder verstärkt Kondome nutzen. Forscher haben in den vergangenen Jahren einen Rückgang festgestellt. Da HIV im Vergleich zu den 80ern und 90ern zunehmend aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden ist, steigt die Nachlässigkeit. Prävention ist aber weiterhin der beste Schutz gegen HIV.

Die unterschätzte Gefahr: Das HI-Virus in Europa

Die Zunahme an HIV-Infizierungen erregt Besorgnis, zumal viele ihre Erkrankung nicht ahnen. So breitet sich der Virus rasch aus. Betroffene erhalten immer öfters erst dann eine Therapie, wenn sie kaum mehr helfen kann. Sensibilisierte Ärzte, regelmäßige HIV-Tests aus eigenem Antrieb und mehr Prävention durch Kondome würden den momentanen Trend wieder umkehren.

Bildurheber: boscopics – Fotolia

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