In diesen Bundesländern fallen die Studiengebühren bald weg

Jedes Jahr stehen Tausende von zukünftigen Studenten vor der entscheidenden Frage: Welche Uni soll es sein, in welche Stadt verschlägt es mich? Bisher wurde die Auswahl durch die Einführung von Studiengebühren in vielen Bundesländern deutlich verringert. Doch immer mehr Bundesländer sind inzwischen von ihrer Meinung abgekommen, haben die Gebühren wieder abgeschafft oder werden es in Kürze tun.

Baden-Württemberg und Hamburg schaffen Studiengebühren ab

Nachdem in den letzten Jahren bereits viele andere Bundesländer die umstrittenen Studiengebühren abgeschafft haben, tat diesen Schritt nun auch Baden – Württemberg. Die Gebühren, die unter CDU und FDP im Jahre 2007 eingeführt wurden, werden ab dem kommenden Sommersemester 2012 nicht mehr erhoben. Somit spart jeder Student pro Semester etwa 500 Euro, wenn er Bachelor- und konsekutive Masterstudiengänge belegt. Masterstudiengänge, die nach der Berufsausbildung erfolgen, können aber weiterhin kostenpflichtig sein. Außerdem behält sich die Regierung Baden – Württembergs vor, auf Dauer Langzeitstudiengebühren einzuführen, falls sich bei vielen Studenten die Studienzeit erheblich in die Länge zieht. Auch in Hamburg werden die Studiengebühren wegfallen. Dies soll zum Wintersemester 2012/2013 geschehen. Die SPD setzte ihren Gesetzesentwurf durch und erhofft sich so bessere Bildungschancen für den Einzelnen. Bisher musste jeder Studierende 375 Euro pro Semester bezahlen, wenn er in der Hansestadt studieren wollte. Nun erheben von den 16 Bundesländern lediglich Niedersachsen und Bayern Studiengebühren für ein normales Grundstudium.

Abschaffungen wird von vielen kritisch beäugt

Auch wenn nun viele (künftige) Studenten aufatmen können, sehen Studentenverbände und Politiker die Abschaffung kritisch. Zwar ist die Auswahl an Bundesländern, in denen man kostenfrei studieren kann, größer geworden und bietet mehr Chancen, und außerdem entlastet die fehlende Gebühr den ohnehin schon knappen Studenten – Geldbeutel, doch die Universitäten und Fachhochschulen stehen nun vor einem großen Problem: Ohne die Studiengebühr fehlt ihnen schlichtweg Geld, das sie in den letzten Jahren in neue Jobs und hilfreiche Angebote für Studenten investiert haben. So wurden zum Beispiel Fachberater eingestellt, die den Studenten beratend zur Seite standen, es konnte unter der Leitung von Tutoren in kleineren Gruppen gelernt werden und Bibliotheken konnten besser ausgestattet werden. Diese Zusatzangebote müssen nun wahrscheinlich wieder eingestellt werden, denn das Geld, das die Länder den Hochschulen als Ausgleich zur Verfügung stellen, reicht bei weitem nicht aus. Auch viele Studenten finden, dass sich mit ihren Studiengebühren in den letzten Jahren viel verbessert hat, und bedauern die Abschaffung in einer gewissen Weise. Ein Studium an einer Fernuniversität ist nach wie vor mit Gebühren verbunden, dies ist allerdings nur für Berufstätige mit einem gewissen Einkommen von Interesse.

Zweigeteilte Reaktion

Die Meinungen über die Abschaffung der Studiengebühren gehen folglich auseinander. Fest steht: Die Kritik an den vor einigen Jahren eingeführten Gebühren war und ist groß, weshalb sie jetzt in bis auf zwei Bundesländern auch wieder außer Kraft getreten sind. Studenten (und auch ihre Eltern) wird es auf jeden Fall freuen, denn die Entlastung ist groß. Es müssen keine Kredite aufgenommen werden und der Student muss nicht mehr so viel nebenjobben – es bleibt mehr Zeit für das Studium selbst. Wie die Hochschulen aber nun die finanziellen Lücken füllen wollen und wie die Hochschulbildung sich, zum Sparen gezwungen, entwickelt, bleibt abzuwarten. Individuelle Betreuung und Zusatzangebote bleiben aber wohl zumindest in Hamburg und Baden – Württemberg erst einmal auf der Strecke.

Dieses Foto stammt von: toolklickit – Fotolia

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