IPv6: Der neue Standard des Internet-Protokolls

In Zukunft sollen nicht mehr nur Computer und Smartphones, sondern auch viele weitere Geräte des beruflichen sowie privaten Alltags Zugriff auf das Internet haben. Eigentlich wäre das sogenannte „Internet der Dinge“ schon heute möglich, da sowohl die dafür nötige Internetbandbreite, als auch die benötigte Technik längst vorhanden sind.

Das Problem liegt aber ohnehin eher in der enormen Anzahl an freien IP-Adressen, die für die Vielzahl an internetfähigen Endgeräten benötigt wird. Diese Anzahl wird mit dem derzeitig gängigen IPv4-Internet-Protokoll nämlich noch nicht einmal ansatzweise abgedeckt. Abhilfe schaffen soll nun das IPv6, das sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen viele Vorzüge bietet.

Was ist IPv6?

IPv6 ist gewissermaßen das Internet-Protokoll der nächsten Generation. Ein maßgeblicher Unterschied des neuen Protokolls zum jetzigen Standard ist, dass mit IPv6 340 Sextillionen IP-Adressen zur Verfügung stehen, wohingegen die Zahl an möglichen IP-Adressen bei IPv4 auf 4,3 Milliarden begrenzt ist. Folglich könnte die Utopie des „Internets der Dinge“, bei der alles mit allem vernetzt ist, schon bald Realität werden. Dass mehr IP-Adressen zur Verfügung stehen, bedeutet aber nicht nur, dass mehr Geräte ins Internet eingebunden werden können. Es bedeutet unter anderem auch, dass Unternehmen eigene IP-Adressräume bekommen könnten, was wiederum eine flexible Vergabe eigener IP-Adressen an firmeninterne Geräte oder aber an Kunden erlauben würde. Zudem verspricht der neue IPv6-Standard ein deutlich höheres Maß an Sicherheit.

Die Umstellung kommt nicht von heute auf morgen, aber schneller als gedacht

Bis IPv6 zum allgemeingültigen Standard wird, dürfte es noch eine Weile dauern, zumal längst noch nicht alle Geräte, zu denen vor allem auch ältere Router und Modems gezählt werden müssen, das neue Internet-Protokoll unterstützen. Hinzukommt, dass immer noch viele Leute im Privaten sowie auf der Arbeit Windows XP verwenden. Zwar kann das mittlerweile doch sehr betagte Betriebssystem IPv6 theoretisch unterstützen. Allerdings muss dazu ein gewisser Aufwand betrieben werden. Außerdem versprechen erst die neueren Windows-Versionen ab Windows Vista aufwärts eine volle IPv6-Unterstützung. Folglich dürfte es zunächst zu einem parallelen Betrieb von IPv4 und IPv6 kommen. Ein gravierendes Problem beim Parallelbetrieb ist allerdings, dass die beiden Protokollvarianten nicht miteinander kompatibel sind.

Anmerkung

In Anbetracht dessen, dass die Anzahl an IP-Adressen bei IPv4 stark limitiert ist und schon bald keine IP-Adressen mehr frei sind, ist ein Umstieg auf IPv6 nahezu unausweichlich. Wann dieser genau erfolgen wird, kann nur schwer abgesehen werden. Dennoch sollte beim Kauf neuer Geräte unbedingt schon jetzt darauf geachtet, dass sie definitiv IPv6-fähig sind.

Image: Heiko Barth – Fotolia

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