Online-Tippabgabe nun möglich – der Glücksspiel-Staatsvertrag

Online-Tippabgabe nun möglich – der Glücksspiel-Staatsvertrag

Lange Zeit war das Online-Tippspiel für Lotterien nicht möglich. Grund war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dass das Lotteriespielen am PC einschränkte. Resultat dieses Urteils aus dem Jahre 2006 war der Glücksspielstaatsvertrag, den die 16 Bundesländer 2007 unterzeichneten.

Staatlich gegen die Spielsucht

Die obersten Verfassungswächter hatten bemängelt, dass der Staat zwar die Einnahmen aus den staatlichen Lotterien nutzte, die Spieler aber nicht ausreichend vor den Folgen einer möglichen Spielsucht schützte. Der Glücksspielstaatsvertrag sollte zwar vor allem die Flut von Spielautomaten und unseriösen Glücksspielanbietern verringern, er untersagte aber zugleich auch das Online-Spiel. Durch diese Regelung (Lesen Sie Rechtliches auf Lotterie-info.de nach) wurden die staatlichen Lotterien, die von dem Staatsvertrag vorrangig betroffen waren, von der Konkurrenz abgeschnitten.

Änderung bringt Erleichterung

2012 trat der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Von nun an war beziehungsweise ist das Spielen in der Lotterie auch vom heimischen PC aus möglich. Das Suchtpotential von Lotto 6 aus 49 oder der Klassenlotterien ist gegenüber den „herkömmlichen“ Glücksspielen am Automaten oder im Casino als eher gering zu betrachten. Hingegen sind die Einnahmen der staatlichen Glücksspielanbieter für die Öffentlichkeit bestimmt. Die Gewinne der Lotterien kommen dem Gemeinwohl zugute. Zahlreiche Verbände und Vereine können ihre Arbeit dank dieser Aufteilung durchführen oder fortsetzen. Vor allem die Sportförderung profitiert von dem staatlichen Spiel mit dem Glück. Durch das jetzt wieder konkurrenzfähige Online-System erwartet die Lotterieverwaltung Mehreinnahmen in Milliardenhöhe – zum Wohle der Allgemeinheit.

Ein Vertrag mit Fehlern

Der Glücksspielstaatsvertrag war seinerzeit mit heißer Nadel gestrickt worden. Da das Urteil des Bundesverfassungsgerichts umzusetzen war, musste eine Lösung bezüglich der Vorgaben gestaltet werden. Der erste Vertrag hatte allerdings eine Benachteiligung staatlicher Glücksspielanbieter gegenüber privaten Lotteriebetreibern nach sich gezogen. Mit der Änderung in 2012 können beide Seiten wieder gleichwertig operieren. Die seriösen Lotterien haben wieder eine Chance, sich gegenüber privaten Anbietern durchzusetzen. Eine klare Position gegen das Glücksspiel wurde aber nicht bezogen – nicht verwunderlich bei Milliardeneinnahmen für den Staat.

Foto des Artikels: Thinkstock, 92010244, iStock, Grata Victoria

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