„Operation Bale“ – Luxus-Transfer der Extraklasse?

Gareth Bale, einer der besten Fußballer der Welt, schießt seit dieser Saison Tore für Real Madrid. Der Wechsel erregte Aufsehen, weil die Spanier für ihn eine Rekordsumme von fast einhundert Millionen Euro zahlten. Wie der Verein diesen Transfer finanziert, bleibt jedoch unklar.




Teuerster Transfer in der Fußballgeschichte

Der bisherige Klub des Walisers Gareth Bales, Tottenham Hotspur, kann den Verlust des Ausnahmefußballers wohl verkraften: Mit knapp einhundert Millionen Euro kassierte der englische Verein den höchsten Betrag, der jemals für einen Spielerwechsel geflossen ist. Bei vielen Fußballfans trifft diese Summe auf Unverständnis: Sie halten eine derartige Dimension für übertrieben und bezweifeln, dass ein Spieler einen solchen Transaktionswert rechtfertigen kann.

Undurchsichtiges Finanzgebaren des spanischen Klubs

Real Madrid gerät aber nicht nur wegen des außergewöhnlich teuren Transfers in die Kritik, sondern auch aufgrund der finanziellen Hintergründe: Selbst für Fachleute ist die finanzielle Situation des Klubs nicht durchschaubar – viele gehen von einem hohen Schuldenberg aus. Die Spanier haben in der Vergangenheit bereits häufig sehr hohe Geldsummen in Topspieler investiert. So wurde beispielsweise auch für den Transfer von Christiano Ronaldo im Jahr 2009 eine stattliche Summe von 96 Millionen Euro auf den Tisch gelegt. Derart hohe Ausgaben lassen sich kaum erwirtschaften. Einige EU-Politiker vermuten daher sogar eine seit Jahren bestehende Bevorzugung des Vereins durch die spanischen Behörden. Es steht der Verdacht im Raum, dass fällige Steuern und Abgaben im dreistelligen Millionen-Bereich gestundet werden. Die EU-Kommission untersucht derzeit, ob es in diesem Fall mögliche Vergehen gegen das europäische Wettbewerbsrecht gegeben hat. Das Verfahren kommt jedoch nur schleppend voran.

Im Zuge der Euro-Schuldenkrise kommt eine weitere Facette hinzu: Für den Ronaldo-Transfer nahm Real Madrid ein Darlehen bei einer örtlichen Sparkasse auf; auch die Übernahme von Bale dürfte mit einem Kredit finanziert worden sein. Dass viele spanische Banken bereits staatliche Rettungsgelder in Anspruch nehmen mussten, bekommt angesichts der wahrscheinlich äußerst schlechten finanziellen Lage des Fußballvereins, der weiter mit Risiko behaftete Darlehen von der Bank erhält, einen besonders bitteren Beigeschmack.

Transfergeschäft wirft Fragen auf

Die knapp einhundert Millionen Euro Kaufsumme für Gareth Bale rückt neben Diskussionen über die moralische Vertretbarkeit solcher Beträge auch die Frage nach der Finanzierung insbesondere mit Blick auf das Wettbewerbsrecht (kompetenten Rechtsbeistand gibt es zum Beispiel auf dieser Webseite) in den Fokus der öffentlichen Debatte. Mögliche Vergehen sowie die Kreditvergabepraxis spanischer Banken bedürfen einer intensiveren Prüfung.

Picture: Walter Luger – Fotolia

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