Schweiz: Misstrauen gegenüber Hypothekenvermittlern

Die Schweizer Hypothekenvermittler kämpfen weiterhin mit einem schlechten Ruf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der Finanzprofessor Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern durchführte. Die Dienstleister müssen noch an ihrem Image feilen, es gibt aber auch Hoffnung.



Größtenteils Skepsis gegenüber Dienstleistern

Insgesamt 262 Probanden befragte Dietrich für seine Erhebung. Er wollte wissen, wie sie die Schweizer Hypothekenvermittler einschätzen. Das Ergebnis dürfte die Unternehmen ernüchtern: 79 Prozent können sich nicht vorstellen, jemals die Dienste einer solchen Firma in Anspruch zu nehmen. Nur 17 Prozent können sich das vorstellen. 4 Prozent beantworteten die Frage nicht. Dies bestätigt, was manche Experten bereits vermuteten: Den Vermittlern schlägt ein großes Misstrauen entgegen. Die wichtigsten Dienstleister in diesem Sektor zeigen sich mit der Studie aber nicht unzufrieden: Sie verweisen darauf, dass dieses Branche erst vor wenigen Jahren in der Schweiz entstanden ist. 17 Prozent positive Einschätzungen halten sie deshalb für einen guten Wert.

Vermittler wollen Potenzial ausschöpfen und vergrößern

Würden sich tatsächlich 17 Prozent der Kreditsuchenden für einen Hypothekenvermittler entscheiden, würde deren Marktanteil explodieren. Bisher liegt er weit darunter. Die Vorteile dieser Dienstleister benennen die Befragten klar: Die meisten loben die vergleichsweise günstigen Konditionen für ein Hypothekendarlehen. Zudem sehen die Befürworter in der Unabhängigkeit dieser Firmen einen Vorzug. Die mehrheitliche Skepsis, denen die Vermittler künftig verstärkt begegnen wollen, erklärt sich aus mehreren Gründen. Erstens kennen einige diese Branche nicht richtig und gehen lieber zu ihrer Hausbank. Zweitens zweifeln viele, ob die Vermittler zu ihren Gunsten arbeiten. Diese Einstellung speist sich aus Unkenntnis, Verbraucher vertrauen ihren Bankberatern mehr als bisher unbekannten Vermittlern. Die Dienstleister wollen dem eine aktive Aufklärung entgegenstellen stellen und so den unbestrittenen Marktführern wie der Zürcher Kantonalbank Kunden abnehmen.

Dienstleister müssen noch Vertrauensarbeit leisten

Hypothekenvermittler engagieren sich noch nicht lange in der Schweiz, entsprechend fehlt das Vertrauen vieler Kunden. Sie ziehen weiterhin ihre Hausbank vor. Dennoch können die Dienstleister auch Positives aus der Studie ziehen: Immerhin 17 Prozent würden einen Vermittler beauftragen. Würde dieser Anteil dies wahrmachen, könnten sich die Firmen über hohe Zuwächse freuen.

Bild: Andreas Haertle – Fotolia

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