Sprachen lernen: Die unbeliebte Korrektur ist die wirkungsvollste

Deutsch-Unterricht für Muttersprachler gestaltet sich anders als für ausländische Interessierte, die als Jugendliche oder Erwachsene eine andere Sprache erlernen wollen. Angesichts einer globalisierten Welt mutet es verblüffend an, dass Deutsch als Fremdsprache (DaF) erst seit 1970 ein eigenständiges Fach bildet. Als entscheidendes Kriterium schält sich dabei die Frage heraus: Wie korrigiert der Lehrer am wirkungsvollsten?

Was die Schüler mögen

Sprachkurse gibt es heute von sehr vielen Anbietern. Liegen genügend Anmeldungen vor, können die Lehrkräfte auch das Sprachniveau der Lernenden berücksichtigen. Für jedes Anforderungsprofil jedoch gilt, dass es Formen der Korrektur gibt, die Schüler mögen und andere, die sie nicht mögen. Die Lernenden wollen zum Beispiel gerne am Ende eines Satzes korrigiert werden. Sie akzeptieren zudem ohne weiteres Hinweise wie: „Hier muss der Konjunktiv stehen“. Auch die Wiederholung einer falschen Aussage durch die Lehrkraft, verbunden mit der Möglichkeit für den Schüler, sie zu korrigieren, kommt gut an. Was Schüler nicht mögen, ist zum Beispiel, unterbrochen zu werden. Allgemeine Vorgaben wie: „Der Dativ zeigt schlichtes sprachliches Niveau, gebildete Menschen benutzen hier den Genitiv“, sind ebenfalls nicht besonders beliebt.

Was am besten hilft

Kurios ist nun die Feststellung, dass gerade das, was Lernende nicht mögen, den Lernfortschritt besonders gut befördert. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um fremdsprachige Fachkräfte handelt oder um Asylbewerber, die sich auf den Einbürgerungstest vorbereiten. Hilfreich ist unter anderem, wenn der Lehrer eine Äußerung korrigierend wiederholt, ohne auf den Fehler ausdrücklich hinzuweisen. Dabei wird zum Beispiel die Schüleraussage „er sagt, er ist gegangen“ wiederholt in der Variante „er sagt, er sei gegangen“. Gezeigt hat sich zudem, dass erwachsene Lernende mehr Wert auf Korrekturen legen als jüngere Schüler. Generell gilt: Korrigieren sollen sich auch die Schüler gegenseitig, das hilft dem Lernprozess. Eine kurze, schriftlich Fehler-fixierende Bilanz am Ende jeder Stunde ist ebenfalls sehr nützlich.

Was noch wichtig ist

Generell gilt: Die Korrektur-Kultur darf nicht die Freude am Lernen beschädigen. Sie ist die Triebfeder für die Teilnehmer, sich weiterzuentwickeln. Das gilt im Übrigen auch für Online-Lernportale. Hierbei wird in einer Mischung aus Eigenarbeit und Videokonferenzen mit den Lehrkräften das fremde Idiom erworben. Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten ist also nicht nur eine fachliche, sondern auch eine kreative Herausforderung. Es geht stets um die Frage: Behindert oder befördert eine Korrektur jetzt den Lernfortschritt? Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie auch auf der folgenden Seite.

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