Tipps für Anwälte: So überzeugen Sie Gericht, Gegner und Mandant

Als Rechtsanwalt übernimmt man berufsmäßig eine Vielzahl von Rollen und Funktionen. Für den Mandanten ist man unabhängiger Berater und Vertreter. Ziel ist es, jedem Mandanten streitschlichtend, rechtsgestaltend und konfliktvermeidend zur Seite zu stehen. Um diesen vielfältigen Anforderungen auch gerecht zu werden, gilt es Grundsätzliches zu beachten. Denn alleinige Rechtskenntnisse stehen nicht automatisch für ein erfolgreiches Verhandeln.

Gute Vorbereitung ist ein Schlüssel zum Erfolg

Eine gründliche Vorbereitung ist für jede Verhandlung und für jeden Gerichtstermin unerlässlich. Denn Mandant und Gericht erwarten gleichermaßen, dass die jeweilige Rechtsvertretung den vorliegenden Fall bis ins kleinste Detail kennt. Insbesondere sollten vorliegende Tatsachen unter keinen Umständen unterschätzt werden. Schon der Inhalt eines vorliegenden Schriftstückes kann eine rechtliche Betrachtungsweise unter Umständen dramatisch verändern. Deshalb sollte nicht nur eine umfangreiche Kenntnis der jeweiligen Akte im Rahmen der Vorbereitungen eine Rolle spielen. Ebenso sollte man sich dahingehend vorbereiten, relevante Textstellen und Dokumente auch sofort und eindeutig identifizieren zu können.

Auf Argumente der Gegenseite vorbereitet sein

Sich allein auf die eigene Argumentation vorzubereiten, wäre wenig zielführend. Denn natürlich sind in nahezu jeder Auseinandersetzung auch Argumente der Gegenseite an der Tagesordnung. Deshalb sollte unbedingt vermeiden werden, unvorbereitet in einen sprichwörtlichen „toten Winkel“ zu geraten. Nur wer in Vorbereitung der eigenen Argumentation entsprechende Gegenargumente gedanklich vorab mit einbezieht, kann später entsprechend schlagkräftig kontern. Deshalb sollte bereits in der Vorbereitungsphase einer Verhandlung genau überlegt werden, welche möglichen Argumentationslinien von der Gegenseite vorgebracht werden können. Während eines Verhandlungstermins sollten Gegenargumente zudem nicht direkt widerlegt werden. Für gewöhnlich ist es hier ratsam, zunächst den eigenen Standpunkt in einer angemessenen Tiefe zu verdeutlichen. Hierbei sollte stets das schlagkräftigste Argument in den Vordergrund gestellt werden.

Ausschließlich Argumente und Tatsachen sprechen lassen

Auch wenn eine Spezialisierung in Rechtsgebieten, wie z.B. von Rechtsanwalt Karsten Klug von www.anwalt-arbeitsrecht-online.de, letztlich eine hohe Kompetenz bedeutet, sollte dieses Fachwissen in der Argumentation nie in den Vordergrund treten. Die persönliche Beurteilung eines Sachverhaltes sollte unter keinen Umständen als eindeutig und unwiderlegbar gelten. Der Grund hierfür: Gerichte müssen die vorliegenden Argumente und Gegenargumente gegeneinander abwägen. Vor dem Gericht besteht quasi ein Wettbewerb der Argumente und Tatsachen. Wer hier in komplexen und differenziert zu betrachtenden Sachverhalten alles als eindeutig und nicht interpretierbar darstellt, der verliert rasch an Glaubwürdigkeit.

Bild: Thorben Wengert – Fotolia

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