Vorgestellt: Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

Vorgestellt: Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

Seit 2009 müssen Bauherren von Neubauten die Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes beachten. Der Staat verpflichtet sie dazu, ihren Teil zu einer umweltfreundlichen Versorgung mit Wärmeenergie beizutragen. In diesem Bereich besteht weiterhin großer Nachholbedarf.

Ziel des Gesetzes: Mehr regenerative Energien bei der Wärme

Bei der Stromerzeugung verzeichnet Deutschland große Fortschritte hinsichtlich der Energiewende. Bei der Produktion von Wärmeenergie ließen die Resultate lange Zeit zu wünschen übrig, 2007 belief sich der Anteil erneuerbarer Energien erst auf rund 6 %. Die damalige Große Koalition beschloss deshalb das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz, mit dem der Anteil bis 2020 auf 14 % ausgebaut werden soll.

Für jeden Neubau sieht das Gesetz verpflichtende Bestimmungen vor: Bauherren müssen ein Gebäude zu einem gewissen Anteil mit erneuerbarer Wärmeenergie versorgen. Alternativ erfüllen sie mit verschiedenen Ersatzmaßnahmen die Vorgaben. Zusätzlich fördert der Staat die Nachrüstung von Altbauten. Hier setzt er auf finanzielle Anreize, da eine Pflicht Altbesitzer überfordern könnte. Investoren in einen Neubau können die Anforderungen dagegen von Beginn an in ihre Planungen einbeziehen.

Flexibilität bei der Umsetzung

Bei der genauen Durchführung gewährt der Staat große Spielräume. So können sich Bauherren für erneuerbare Energien entscheiden und müssen je Art einen bestimmten Mindestanteil des grundlegenden Wärmebedarfs damit abdecken:

  • 15 % des Bedarfs bei Solarkollektoren. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Mehrfamilienhäusern gilt eine vereinfachte Regelung, dort muss die Kollektorenfläche 4 bzw. 3 % der zu heizenden Wohnfläche betragen.
  • 30 % des Bedarfs bei Biogas.
  • 50 % bei fester Biomasse, Geothermie oder Umweltpumpen.

Es stehen weitere Optionen zur Verfügung: die sogenannten Ersatzmaßnahmen. Hausbauer genügen auch den gesetzlichen Anforderungen, wenn sie ein sehr energieeffizientes Haus errichten lassen. Das lässt sich zum Beispiel mit einer besonders guten Dämmung erreichen. Auch der direkte Anschluss an ein ökologisches Wärmenetz zählt. Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlagen kommen ebenfalls infrage. Zum Teil gelten dabei komplizierte Detailregeln, Interessierte an einem Neubau sollten unbedingt Experten kontaktieren. Weitere Informationen rund um das Thema erneuerbare Energien sind auch unter diesem Infolink zu finden.

Gesetz zeigt Wirkung: Anteil erneuerbarer Wärmeenergie steigt

Knapp die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs geht auf die Wärmeerzeugung zurück, bei einer umfassenden Energiewende müssen die politisch Verantwortlichen diesen Sektor deshalb einbeziehen. Mit dem Wärmegesetz haben sie seit 2009 die ersten, tief greifenden Maßnahmen durchgesetzt, in den Statistiken schlagen sie sich nieder: Mittlerweile beträgt der Anteil regenerativer Energien 10,6 % – bis zum Ziel von 14 % 2020 bedarf es aber noch Anstrengungen.

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