Wissenswertes über Biowein

In den letzten 20 Jahren ist die Bedeutung der ökologischen Landwirtschaft enorm gestiegen. Bedingt durch etliche Lebensmittelskandale, über die auch in den Medien ausführlich berichtet wurden, sind die Verbraucher für das Thema der Qualität von Lebensmitteln in einem hohen Maße sensibilisiert. Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten mit dem Biosiegel ist rasant in die Höhe gegangen. Aber auch viele Landwirte erkannten die Probleme der industriellen Landwirtschaft und suchten nach Alternativen.

Entwicklung

Auch im Weinanbau setzt sich ein ökologischer Ansatz mit der Zeit immer mehr durch. Schon in den 60er Jahren gab es Überlegungen vereinzelter Winzer über einen ökologischen Weinanbau. Anfang der 80er Jahre entstanden mehrere Biowinzerverbände, die jedoch unterschiedliche Konzepte des Weinbaus vertraten. Im Jahr 1991 wurde eine EG-Öko-Verordnung erlassen. In ihr gab es nun einheitliche gesetzliche Vorlagen auch für den Bioweinbau. Unter anderem wurde genau festlegt, welchen ökologischen Pflanzenschutz und welche Düngemittel man verwenden darf. Außerdem wurde ein Kontroll- und Zertifizierungssystem eingeführt.

Besondere Merkmale

Was unterscheidet nun den Bioweinanbau von dem herkömmlichen Weinanbau? Ein wichtiges Ziel des biologischen Weinanbaus ist die Umwandlung der Anbaugebiete von der Monokultur, die den Boden auslaugt, hin zu einer Polykultur. Das bedeutet, dass neben den Reben auch andere Pflanzen ausgesät werden, wie zum Beispiel Klatschmohn und verschiedene Gräser. Sie sind dazu da, dass der Boden mit Stickstoff versorgt wird. Auf synthetischen Stickstoff als Zugabe wird dagegen verzichtet. Ebenfalls verzichtet man im Bioweinanbau auf chemische Pflanzenschutzmittel, wie zum Beispiel Insektizide und Fungiziden. Stattdessen werden vor allen Dingen widerstandsfähige Rebsorten angepflanzt. Dabei handelt es sich häufig um Neuzüchtungen. Das Wachstum der Pflanzen wird durch Gesteinsmehl und Silikate unterstützt. Anorganische Pflanzenschutzmittel, wie Schwefel- und Kupferpräparate, sind im Bioweinanbau zugelassen.

Bedeutung

Der Bioweinanbau stärkt die biologische Vielfalt des Weinbergs. Durch die grüne Untersaat mit anderen Pflanzen können neue Lebensräume für bedrohte Pflanzen- und Tierarten entstehen. Die meisten Biowinzer haben sich in ökologischen Verbänden zusammengeschlossen. Diese sind auch für die Kontrolle und Zertifizierung nach der EG – Norm zuständig. Der größter Verband in Deutschland ist der ECOVIN Bundesverband Ökologischer Weinbau mit rund 215 Mitgliedsbetrieben. Als Verbrauer kann man den Biowein am besten direkt beim Weingut oder über einen Wein-Online-Shop bestellen.

Foto von: Roman Sigaev – Fotolia

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