Wohin geht der Goldkurs?

Wohin geht der Goldkurs?

Gold wird nicht nur in der Industrie benötigt und als hochwertiger Schmuck getragen, sondern gilt auch als eine der sichersten Formen der Geldanlage. Diese Bewertung lässt sich zurzeit nicht mehr so eindeutig wie in den vergangenen Jahren begründen, da der Goldkurs 2013 stark eingebrochen ist, nachdem er zuvor zwölf Jahre lang regelmäßig und massiv stieg.

Die Ursachen für den Wertverlust von Goldanlagen

Analysten sahen Anfang 2013 einen Preis von mehr als 1800 Dollar je Feinunze Gold zum Jahresende als realistisch an. Statt der von ihnen erwarteten Wertsteigerung nahm der Goldpreis um gut dreißig Prozent ab und lag Silvester bei 1200 Dollar. Als einer der wichtigsten Gründe für den Goldpreisverfall sehen Wirtschaftsfachleute die ungewohnt geringe Inflationsrate an. Gold gilt als Inflationsschutz und wird bei ausbleibenden Preissteigerungen weniger nachgefragt. Hinzu kommt die positive Entwicklung der Aktienkurse, welche viele Anleger zum Umstieg von Gold auf Unternehmensbeteiligungen motiviert hat. Fallende Goldpreise führen zu Verkäufen, welche sich ihrerseits weiter abschwächend auf die Kurse auswirken. Anleger trennen sich sowohl von physisch in Barrenform gehaltenem Gold und Goldmünzen als auch von ihren Anteilen an Goldfonds.

Welche Goldpreis-Entwicklung ist für 2014 zu erwarten?

Derzeit lässt sich eine leichte Erholung der Goldnachfrage beobachten, zu welcher vor allem Ankäufe der chinesischen Zentralbank beitragen. In Europa und Nordamerika verkaufen Anleger und Fonds weiterhin ihre Goldbestände. Die Nachfrage nach Goldschmuck steigt angesichts der derzeit günstigen Preise, so dass der Goldbedarf zunimmt. Für den Kursverfall maßgeblich war allerdings nicht eine verringerte Goldnachfrage durch die Schmuckbranche oder die Industrie, sondern der umfangreiche Verkauf von Anlagegold. Die meisten Analysten gehen von einer weiteren Senkung des Goldpreises aus, die pessimistischste Schätzung sieht diesen Ende 2014 bei 1050 Dollar je Unze. Das Szenarium weiter fallender Goldpreise erscheint angesichts der Kursentwicklung im vergangenen Jahr und anhaltend geringer Inflationsraten in den meisten Staaten als realistisch. Nicht übersehen werden darf aber, dass die Analysten zum Jahresbeginn 2013 nahezu einheitlich eine weitere Goldkurssteigerung erwartet hatten und ihre Prognosen somit nicht immer zutreffend sind.

Sind niedrige Goldkurse Kaufkurse?

Eine Börsenweisheit lautet, dass schwache Kurse Kaufkurse seien. Übertragen auf Gold bedeutet dieser Grundsatz, dass die gegenwärtigen Goldkurse zum Erwerb des Edelmetalls einladen. Auf lange Sicht ist tatsächlich mit einer Kurserholung zu rechnen, dennoch bleibt der Goldkauf als Geldanlage riskant, zumal zunächst Kurssenkungen als wahrscheinlich gelten.

Bild: thinkstockphotos, iStock, 168262025, Brian Jackson

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